15.08.2012 - Schwarzkogel

Diverse Umstände verlangten heute nach einer kurzen, gemütlichen Unternehmung. Da wir uns erst kürzlich am Wasserklotz davon überzeugen konnten, dass die gängigen Gipfel am Hengstpass auch im Sommer lohnenswerte Ziele abgeben, besuchten wir heute den Schwarzkogel.
Zu unserem Erstaunen waren regelrechte Völkerwanderungen im Bereich Hengstpass anzutreffen und man brauchte schon etwas Fantasie, um sein Auto abstellen zu können. Auf dem Weg zum Schwarzkogel war jedoch wenig los, zumindest weniger als an Feiertagen im Winter, und am Gipfel, den wir nach knapp einer Stunde Gehzeit erreicht hatten, waren wir überhaupt ganz alleine. Der Sommerweg deckt sich mit dem Aufstiegsweg im Winter und wir stiegen auch auf demselben ab. Markierungen scheinen zwar keine vorhanden zu sein, jedoch ein paar Wegweiser, sowie Steinmänner und überhaupt ein unmissverständlich ausgetretener Weg.
Mit etwa 550Hm und knapp 5Km Wegstrecke handelt es sich auch um eine recht gemütliche Tour, dazu noch inmitten besonders schöner Landschaft und ungemein Aussichtsreich, die man bei Bedarf problemlos erweitern kann, etwa um einen Besuch des Wasserklotzes.






02.08.2012 - Hoher Dachstein [Steinerweg, V A0]

Die Dachstein-Südwand und ganz besonders den großen Klassiker 'Steinerweg' findet man wohl auf vielen Projektlisten und fand ihn auch auf unserer. Nachdem wir jedoch von großen Orientierungsschwierigkeiten einer befreundeten Seilschaft gehört hatten und einer daraus resultierten, etwas problematischen Begehung, hatte für uns festgestanden, dass wir den 'Steinerweg' zumindest beim ersten Mal nur mit jemandem begehen würden, der diesen bereits kannte.
Dies führte dazu, dass wir heute Morgen gemeinsam mit Thomas in die Ramsau fuhren und uns früh morgens von der Talstation auf den Weg in Richtung Südwände machten. Die Schneefelder sind derzeit auch noch ausgiebig vorhanden und am Morgen noch hartgefroren, dementsprechend legten wir Steigeisen an und waren durchaus froh darüber, die kleinen Eishämmer mitgenommen zu haben, die sich anschließend problemlos im Rucksack verstauen ließen. Der Zustieg hatte etwa 2h in Anspruch genommen, wenn auch ohne Eile.
Das Wetter zeigte sich indessen von seiner freundlichen Seite und kaum waren wir um kurz nach 9:00 in den 'Steinerweg' eingestiegen, kletterten wir bereits in der Sonne. Das Gelände gefiel uns auch auf Anhieb und wir fühlten uns sehr wohl in der Wand, auch zeigte sich bald, dass wir gar nicht langsam unterwegs waren, vorausgesetzt, wir würden das Tempo halten können. Auch die Vorteile einer 3er-Seilschaft machten sich bemerkbar, da sich ohne Zeitverlust stets die Zeit fand, zu trinken, zu essen, oder zu fotografieren, vorausgesetzt natürlich, dass man sich beim Sichern abwechselte. Das 'Salzburger Band' erwies sich als besonders beeindruckend und bietet eine extrem luftige Querung auf einem kontinuierlich schmäler werdenden Band, welches sich zuletzt sogar auf bloße Hangelei reduziert.
Als wir die Wandmitte überschritten hatten, hörten wir entferntes Donnergrollen und wir beobachteten nebenbei, wie die dunklen Wolken im Süden sich verhielten. Es sah aus, als zögen sie in Richtung Osten in einigem Abstand an uns vorbei. Dass uns indessen ein paar harmlose Wolkenfetzen erreichten, machte sich zwar in verringerter Aussicht bemerkbar, dafür waren die Temperaturen jedoch sehr kletterfreundlich und wir vergaßen trotz Mittagszeit beinahe, dass wir in einer Südwand unterwegs waren.
Im Bereich des Schluchtüberhanges, einer gar nicht zu unterschätzenden, unbequemen Einzelstelle, die jedoch ausreichend abgesichert ist und eine etwas unfunktionelle Seilschlinge bietet, an der man sich festhalten könnte, überholten wir eine Seilschaft, die wir schon von weiter unten gesehen hatten.
Bei den abschließenden Seillängen ist noch einmal sehr darauf Acht zu geben, keinen Steinschlag auszulösen, da sehr viel Geröll herumliegt, welches v.a. oft unwillkürlich von den Kletterseilen in Bewegung gesetzt wird. Nachfolgende Seilschaften, werden es jedoch begrüßen, wenn man sich entsprechend rücksichtvoll verhält.
So erreichten wir nach 6h den Ausstieg auf dem Westgrat, wenige Hm unterhalb des Dachsteingipfels und waren mit dieser Zeit auch überaus zufrieden, da wir niemals stressig unterwegs gewesen waren, sämtliche Seillängen (mit Ausnahme des Plattendachs) gesichert hatten und als 3er-Seilschaft auch von einem geringeren Tempo ausgegangen waren. Als wir nach kurzem Gipfelbesuch in Richtung Schulter abstiegen, traf plötzlich das Gewitter im Gipfelbereich hinter uns ein und wir machten Tempo. Dass das Stahlseil mehrmals wie ein Umspannwerk summte, machte uns Beine und wir waren enorm erleichtert, als wir die akute Gefahrenzone endlich verlassen hatten.
Auf dem Weg zur Seilbahnstation kam uns plötzlich eine Pistenraupe entgegen, dessen Fahrer unterwegs war, die noch übrigen Seilschaften aufzulesen. So machten wir es uns in der warmen Kabine bequem und fuhren noch einmal zurück in Richtung Dachsteingipfel, um die Seilschaften abzuholen, die die letzte Talfahrt wohl nicht mehr rechtzeitig erreicht hätten. Die abschließende Rückfahrt zur Station, sowie die Seilbahnfahrt zum Parkplatz, schlossen den Kreis und mittlerweile hatte es sich vor Ort auch eingeregnet.
Der 'Steinerweg' durch die Dachstein-Südwand ist in jedem Fall ein großartiges Erlebnis und dazu noch eine wirklich schöne und abwechslungsreiche Kletterroute. Aufgrund der oft etwas groben Kletterei, sowie der alpinen Absicherung, möglicher Orientierungsschwierigkeiten und ganz besonders, der ausgewachsenen Länge von 850Hm und 1000m Kletterstrecke, ist dieser jedoch keineswegs auf die leichte Schulter zu nehmen und alpine Kenntnisse vorauszusetzen. Daher möchten wir uns bei dieser Gelegenheit noch einmal ganz besonders bei Thomas bedanken, mit dem diese großartige Tour eine reibungslose und ausgesprochen schöne Unternehmung war.






01.08.2012 - Leckkogel [Himmelreich, IV]

Heute hat uns Harald auf die Tauplitzalm begleitet, was uns sehr freute, da er nun wirklich keiner unserer üblichen Tourenpartner ist. Das Gelände lädt jedoch zu beliebig langen Märschen unterschiedlichster Preisklassen ein und ist daher für ein breites Publikum geeignet.
So trennten wir uns knapp vor dem Jungbauerkreuz, da wir das 'Himmelreich' im Bereich des Leckkogels vorhatten. Am Einstieg angekommen staunten wir auch nicht schlecht, angesichts eines ~10m mächtigen Schneekegels, der die erste Seillänge zugedeckt hatte. Allerdings kein Problem, da man diese unschwierig von links umgehen kann und eben ab dem folgenden Plateau in die Route startet. Im Prinzip ist das 'Himmelreich' angesichts der moderaten Schwierigkeiten, des unausgesetzten Geländes, sowie der ohnehin spärlichen Absicherung nicht schlecht für seilfreie Begehungen geeignet (und das soll nun bitteschön keine Empfehlung sein). Wir nutzten die Tour jedoch als Übungsgelände für mobiles Absichern und haben daher möglichst viele derselben verbaut, während wir das Seil in Wechselführung immer ausgegangen sind. Auf diese Weise kamen wir auf nur 4-5 SL und der Übungseffekt war auch nicht übel.
Während wir letztes Mal nach einem Besuch des Leckkogel-Gipfels via kl. u. gr. Tragl abgestiegen waren, zogen wir uns heute über die Route zurück, bzw. am Rand derselben. Unschwieriges 1-2 Gelände, sowie eine Abseilstelle (an Sanduhrschlingen und Ringen) gestatten einen raschen Abstieg und wir trafen uns am Einstieg mit Harald, der inzwischen in Richtung Tragl unterwegs gewesen war.
Das 'Himmelreich' ist in jedem Fall eine sehr hübsche und empfehlenswerte Route, schon aufgrund der besonders schönen Landschaft und der spektakulären Arena, in der man sich bewegt. In Kombination mit den umliegenden Gipfeln lässt der Besuch sich auch beliebig erweitern und zu ausgewachsener Länge kombinieren.






27.07.2012 - Brandangerkogel / re. Pürgger Wand [Bivi & Uhu, 6b]

Heute fand sich wieder einmal Gelegenheit, etwa gemeinsam mit Thomas zu unternehmen. Da ihm die Tour noch nicht bekannt wir, sie uns jedoch bisher jedes Mal sehr gut gefallen hatte, schlugen wir „Bivi & Uhu“ in Pürgg vor. Wegen der sonnigen Lage ja eigentlich keine Sommertour, blieb uns aufgrund der derzeit nach wie vor relativ schlechten und niederschlagsreichen Verhältnisse jedoch wenig übrig und wir kletterten eben sonnseitig.
Dieses Mal verpassten wir leider die Ideallinie beim Zustieg und verloren gleich etwas Zeit, dafür trafen wir jedoch auf einen kapitalen Adler, der im Begriff war, seine Beute zu vertilgen. Vielleicht sollten wir uns ganz einfach merken, dass man sofort nach Überquerung der zweiten Schotterrinne recht direkt aufsteigen sollte, um den Einstieg ohne größere Umwege zu erreichen.
Die Route selbst gefiel uns auch dieses Mal wieder sehr gut und wir waren völlig alleine vor Ort. Es wird abwechslungsreiche Kletterei geboten die technisch mitunter anspruchsvoll aufwartet und ein paar Mal sind auch größere Hakenabstände in Kauf zu nehmen. Man könnte zwar mobil zusätzlich absichern, worauf wir jedoch bisher stets verzichtet haben.
Uns freute sehr, dass auch Thomas Spaß an der Route hatte und wir teilten uns die Vorstiege möglichst ausgewogen und blockweise auf. So kamen alle auf ihre Kosten und beim abschließenden Abstieg erwischten wir zum Glück umgehend und ohne Sucherei den markierten Abstiegsweg.
Trotzt relativ hoher Temperaturen war es eine sehr schöne Unternehmung, die uns allen viel Spaß gemacht hat, auch wenn der heutige Zustieg verbesserungswürdig war. Indem wir die „Bivi & Uhu“ jedoch gerne wieder aufsuchen werden, sollten sich durchaus noch Gelegenheiten bieten, diesen zu optimieren.






24.07.2012 - Gspranggupf

Nachdem ihre letzte Bergtour für sie etwas nachteilig ausgegangen war (s. hier), begleitete Alessia uns heute wieder einmal und wir suchten eine mittellange Toure mit moderaten Anforderungen aus. So fuhren wir heute Vormittag nach Bad Ischl und fanden uns am Parkplatz nahe der Eiskapelle auf der Südseite der Zimnitz (respektive Leonsberg) ein. Diese(r) war jedoch nicht unser Tagesziel, auch wenn ein großer Teil des Weges identisch war, nämlich bis zur Schüttalm, wo wir uns jedoch östlich hielten und nach etwa 200Hm den Gspranggupf erreichten.
Trotz der südöstlichen Ausrichtung des Aufstieges ist dieser durchaus sommertauglich, da die dichte Bewaldung stets für ausreichend Schatten sorgt und heute auch ein angenehmer Wind wehte. Mit etwas mehr als 800Hm, die man nach Verlassen der Forststraße neben des Zimnitzbaches auch recht zügig und direkt zurücklegt, sowie insgesamt etwa 9,5Km Wegstrecke handelt es sich zudem um eine Tour mittlerer Länge, die sich bei Bedarf sowohl zu einem Rundweg umgestalten ließe, als auch durch einen Besuch der Zimnitz deutlich verlängert werden kann.






19.07.2012 - Gindlhorn [Gindlkante, 6a+]

Da wir davon ausgehen konnten, dass der schöne, gestrige Tag und die derzeit geradezu ungewöhnliche Regenpause von +24h zumindest die sonnseitig ausgerichteten Klettertouren haben auftrocknen lassen, fuhren wir wieder einmal nach Pürgg und widmeten uns dieses Mal der Gindlkante. Diese schöne Route waren wir schön ein paar Mal geklettert und konnten davon ausgehen, dass die Verhältnisse gut und die Temperaturen auch nicht zu hoch sein würden. Denn an und für sich handelt es sich aufgrund der sonnigen, schattenarmen Lage nicht unbedingt um eine typische Hochsommer-Tour.
Wir stiegen im Laufe des Vormittags ein und legten die ersten beiden Seillängen wie auch beim letzten Mal via 7- Platte zusammen. Dadurch ergeben sich stattliche 50m und einige wirklich interessante Klettermeter. Im weiteren Verlauf verzichteten wir auf Alternativen, möchten uns jedoch bei Gelegenheit gerne die 7er Varianten in der Plattenwand ansehen. In der 7.SL nahmen wir dieses Mal wieder die rechte 6+ Rissverschneidung, die vielleicht technisch etwas anspruchsvoller sein mag, dafür ist die linke Variante anhaltender.
Allmählich bemerkten wir, dass sich hinter dem Grimming dunkle Wolken zu stauen begannen, woraufhin wir während der letzten 5SL etwas mehr Tempo machten und diese auch recht rasch hinter uns brachten. Diese Entscheidung war auch richtig gewesen, denn bereits während des abschließenden Abstieges kam Wind auf, die Temperatur fiel deutlich und wir bekamen sogar ein paar Regentropfen ab. Als wir dann während der Rückfahrt auch noch mit kräftigem Hagel konfrontiert wurden, waren wir mehr als froh, das Timing gerade noch richtig hinbekommen zu haben.






18.07.2012 - Wasserklotz

Vorübergehend schönes Wetter verlangte heute nach einer Tour. Gemütlich sollte sie sein und auch nicht zu lang, da wir im weiteren Tagesverlauf noch einen Termin hatten.
Bereits diesen Winter hatten wir uns gefragt, wie denn die üblichen Skitouren im Bereich des Hengstpasses in schneefreiem Zustand aussehen würden, was dazu führte, dass wir heute den Wasserklotz aufsuchten, um uns davon zu überzeugen.
Der markierte Weg zweigt im Bereich des Zeitschenberges ein kleines Stück vor der üblichen Winterroute auf den Wasserklotz rechts in den Wald ab, wo sich das niederschlagsreiche Wetter der letzten Tage/Wochen/Monate auch deutlich bemerkbar machte, denn wir fanden regelrechte Versumpfungen vor. Auch als wir dem Ziehweg in Richtung Ahornsattel und quer durch Kuhherden folgten, wären mitunter Gummistiefel das angemessene Schuhwerk gewesen. In weiterer Folge besserten die Verhältnisse sich jedoch und wir waren positiv überrascht, angesichts des schönen Weges, der von Westen her praktisch direkt auf den Gipfel des Wasserklotzes führt. Wir hatten etwa 1h 10 benötigt und rund 4,5Km Wegstrecke, sowie ca. 500Hm zurückgelegt. Nach kurzer Gipfelrast, bei strahlendem Sonnenschein und schöner Aussicht, stiegen wir ab, folgten aber dieses Mal dem wenig weiter südlich gelegenen Wanderweg, der durch die Nordwestflanke zum Almboden hinunter führt, aufgrund der Ausgeschwemmtheit aber etwas rutschiger war als unser Aufstiegsweg.
Um auch den restlichen Rückweg etwas abwechslungsreicher zu gestalten, folgten wir zuletzt der Forststraße, die in einem größeren Bogen und über die Dörflmoaralm zu unserem Aufstiegsweg zurückführte.
Auch im Sommer handelt es sich beim Wasserklotz um einen empfehlenswerten Gipfel, dessen Besuch auch in knapp bemessenen Zeitplänen Platz findet. Alternativ dazu bietet sich an, auch noch weitere Gipfel der näheren Umgebung mitzunehmen.