28.03.2012 - Traunstein ['wer putzet, der findet', 6a]

Der Wetterbericht ist eindeutig: es kommt eine längere Schlechtwetterphase auf uns zu. Weil wir das zwar hinnehmen müssen, die vorherrschende Schönwetterphase aber nutzen möchten, fuhren wir heute am späten Vormittag zum Traunstein. Obwohl recht früh im Jahr und ein x-beliebiger Wochentag, war dieser auch gar nicht schlecht besucht, nämlich etwa zu ¾ voll. Wir staunten nicht schlecht.
Bei recht kühlen Temperaturen und v.a. im Schatten, stiegen wir durch die Lainautunnel zu und hofften schon ein wenig, dass es heute etwas wärmer sein würde, als gestern auf der Kampermauer. Allerdings hatte sich bereits mehrmals gezeigt, dass man in der SW-Wand des Traunsteins von Wind halbwegs windgeschützt unterwegs ist, wir waren also optimistisch. Am Einstieg des NF-Steiges angekommen änderte sich jedoch das Gesamtbild ohnehin deutlich: die Sonne strahlte bei Windstille und man durfte sich geradezu wie im Frühsommer fühlen.
Wir stiegen wie üblich von knapp unterhalb der Sulzkogelscharte zu und sahen bald, dass sich bereits eine andere Seilschaft in 'wer putzet, der findet' befand. Das perfekte Wetter hatte also nicht nur uns (nebst trainierender Bergmarathonläufer) zum 'Stein' gelockt. Nach wie vor halten wir 'wer putzet…' für die schönste, der uns bekannten Routen in der SW-Wand, zudem ist die Absicherung auch noch besonders freundlich und die Putzsituation vorbildlich. Eben eine ideale Route für den Saisonbeginn und mit 5SL (bis 6a) auch recht überschaubar.
Wir kletterten bei strahlendem Sonnenschein, geradezu sommerlichen Temperaturen und rundum perfekten Verhältnissen. Auch Wind war kein Thema und wir legten ein Stück oberhalb des Ausstieges eine gemütliche Rast mit Blick auf Sonne, Traunsee und schneebedeckte Salzkammergutberge ein. Am Überstieg trafen wir sogar die Seilschaft, die wir von weitem gesehen hatten und stellten zufällig fest, dass es sich sogar um eine quasi-Bekanntschaft aus dem Internet handelte. Nette Gespräche und reger Austausch waren die Folge, sowie ein gefühlt stark verkürzter Abstieg. Bei dieser Gelegenheit auch recht liebe Grüße an die Beiden.
So schade es auch sein mag, dass vorerst ein Wetterumschwung solche Touren verhindert, so schön war das heutige Gesamterlebnis. Der Traunstein, der demnächst ohnehin wieder unter Überfüllung leiden wird, ist ohnehin immer einen Besuch Wert und auch die SW-Wand meist ein lohnendes Ziel.






27.03.2012 - Kampermauer [Hermeline, 5b]

Indem wir von einem Kumpel gehört hatten, dass die Kampermauer derzeit bereits gut kletterbar ist und wir (irgendwie…) in der Gegend zu tun hatten, ging es heute ab zum Hengstpass. Dort vorbei an den üblichen Parkgelegenheiten, die nach wie vor von Tourengeher/inne/n in Beschlag genommen werden und zum leeren Parkplatz an der Kampermauer. Wieder einmal waren wir ganz und gar alleine unterwegs, eine große Überraschung war dies allerdings nicht.
Der Zustieg erfolgt derzeit noch auf einem satten Lawinenkegel und es zahlt sich daher aus, mit festem, vielleicht sogar gut knöchelhohen Schuhwerk unterwegs zu sein. Wir hatten den Faktor Schnee gar nicht bedacht und erreichten die Einstiege eben mit nassen Turnschuhen, die aber zumindest Zeit hatten, in der Sonne aufzutrocknen (um dann beim Abstieg wieder nass zu werden…). Wir kletterten die 'Hermeline' (6SL bis 5b) die wir bereits kannten und vor ein paar Jahren zuletzt geklettert waren. Hinsichtlich der Verhältnisse gibt es derzeit keine Einschränkungen, die Route war trocken, abgesehen von heruntergespültem Gras in der Einstiegslänge auch weitgehend sauber und loses Gestein findet sich in den gut besuchten Touren ohnehin kaum irgendwo.
Die einzige Einschränkung an diesem sonnigen Nachmittag war der lebhafte Wind, der auch stärker wurde, je weiter hinauf wir kamen und der zuletzt sogar die Kommunikation etwas erschwerte. So war spätestens während der drei (obligatorischen) Abseilfahrten klar, dass wir entgegen unserer eigentlichen Planung keine zweite Route klettern würden. Wir hatten auch keine Lust, mit unserem Schuhwerk in einen anderen (vielleicht windgeschützteren) Sektor, etwa zu 'Gulliver's Reisen' zu wechseln, vermuteten aber, dass es dort auch kaum anders ausgesehen hätte. Trotzdem waren wir zufrieden, immerhin ist die 'Hermeline' eine nette Route und wir sind derzeit auch froh darüber, überhaupt bei ordentlichen Verhältnissen klettern zu können.





22.03.2012 - Wachauergrat [5c/6a]

Der 'Wachauergrat' in Dürnstein stand bereits seit geraumer Zeit auf unserer Projektliste. Eine relativ weite Anfahrt, hohe Temperaturen während der Sommermonate, sowie häufig großer Besucherandrang hatten bisher mehrmals dagegengesprochen. Erst letzten Dezember waren wir bereits in Richtung Wachau unterwegs gewesen, hatten uns dann aber aufgrund von Talnebel spontan umentschieden und waren nach Bad Goisern gefahren.
Dieses Mal passte es aber und wir schafften es tatsächlich nach Dürnstein. Den in Umlauf befindlichen Beschreibungen folgend fanden wir den Zu- und Einstieg auf Anhieb und ohne Komplikationen. Der Grat besteht eigentlich aus mehreren Einzelteilen, bzw. sogar aus separaten Türmen, die aneinandergereiht immerhin 17 Seillängen ergeben. Diese sind zwar meist recht kurz (kaum länger als 30m, teils sogar nur 15m) und beinhalten mitunter auch Geh- und Abkletterpassagen. Die Absicherung ist ausgezeichnet, die Schwierigkeiten auf dem Weg des geringsten Widerstandes moderat (bis 5c, meist aber leichter), können jedoch aufgrund einiger Alternativen beliebig erhöht werden (bis etwa 6c). Im unteren Bereich nahmen wir auch eine der schwierigeren Passagen (~6a, falls wir das richtig gelesen haben…), oben gibt es noch interessante Linien, die auf jeden Fall noch einen Besuch rechtfertigen. Besonders die sportliche (ganz rechte) Länge auf den Schartenkopf fällt beeindruckend auf.
Was wir bei einem weiteren Besuch jedenfalls berücksichtigen wollen: keine HMS-Sicherung mehr mit dem dicksten Strick, den wir in unserer Kammer finden!! Die Idee dahinter war durchaus sinnvoll, da es sich um unser einziges 50m-ES handelt. Bei mittlerweile >13mm Durchmesser, dazu noch pelzig und unwahrscheinlich starr, war das Sichern aber meist kein Spaß mehr. Da blieb auch nicht mehr viel Nerv für Experimente.
Was jedoch den Grat selbst betrifft, so bietet dieser viel Abwechslung, einige ausgesprochen schöne Klettermeter (die oft trotz der niedrigen Schwierigkeiten erstaunlich steil sind), sowie ein wunderschönes Ambiente. Dass wir heute ganz und gar alleine unterwegs waren, war schön, aber auch ein bisschen erstaunlich. Immerhin hat es sich aber ausgezahlt, auf einen idealen Termin zu warten. Im Sommer ist es vermutlich ohnehin kein Spaß, in der brütenden Hitze (und kaum Schatten) zu klettern und Staus sind angesichts der oft stark eingeschränkten Räumlichkeiten an den Standplätzen auch nicht witzig. Zudem lässt das Gelände auch zu, dass man zügig klettert, bzw. nicht überall durchgehend sichert, was zusätzlich zu großen Geschwindigkeitsunterschieden bei mehreren Seilschaften führen kann.
Derzeit sind die Verhältnisse jedenfalls perfekt, Schnee ist in der Wachau noch nicht einmal am Horizont zu erkennen, das Gestein ist völlig trocken und die Temperaturen (zumindest heute) ideal. Trotz der langen Anfahrt wird der 'Wachauergrat' durchaus auf unserer Liste für weitere Besuche bleiben, eben z.B. sehr früh oder sehr spät im Jahr, wenn die Tourenauswahl eingeschränkt ist.






15.03. - 19.03.2012 - Frühlingsklettern in ♥Arco♥

Wir hatten es bereits im Dezember geahnt, als wir zum Abschluss der Klettersaison '11 in Arco waren: wir würden die nächste Saison mit großer Wahrscheinlichkeit hier einläuten.
So kam es, dass wir am 15.03. erneut ins Sarcatal fuhren und uns sogleich am Anreisetag davon Überzeugen wollten, wie die Umstellung von Kunst- zu Felswand dieses Mal verlaufen würde. Nach kurzem Aufwärmen zeigte sich aber, dass momentan Routen bis 6b möglich sind, womit wir für den ersten Klettertag der neuen Saison auch zufrieden waren. Abgesehen davon konnten wir uns in Belvedere natürlich am strahlenden Sonnenschein erfreuen, sowie der schönen Aussicht auf Arco und den Gardasee, ehe wir in unser Hotel fuhren.
Am nächsten Tag besuchten wir die Parete Zebrata, in ein paar Wochen wird es dort vermutlich nicht nur überlaufen, sondern auch ziemlich heiß sein, wir hatten jedoch einen idealen Tag ausgesucht. Wir trafen nur auf eine zweite Seilschaft, die geschätzte dreißig Routen entfernt zugange waren und kletterten unter blauem Himmel bei perfekten Temperaturen. Die 'Spinelo' (6a) gefiel uns dazu noch außerordentlich gut und wir kamen rasch voran, auch das obligatorische Abseilen über die 7SL-Route verlief flott und unproblematisch.
Unser nächstes Projekt wurde am folgenden Abend besprochen und wir entschieden uns zuletzt für die 'Cinque Stagioni' auf den Monte Colt. Die Schwierigkeiten schätzten wir als moderat ein (in derzeitigem Zustand der Route wohl 6a), ebenso die Länge derselben (7SL). Zwar waren die Bewertungen teils etwas merkwürdig, die Tour aber sehr schön und wir hängten, am Sattel angekommen, noch die 'Spigolo Sud' (5a) an, die uns über 3SL praktisch auf den Gipfel des Monte Colt führte. Nach einem Besuch des Gipfelkreuzes stiegen wir über den Klettersteig ab. Bei der Gelegenheit staunten wir noch über die abweisende Südwand und die dort befindlichen Routen…
Das Klettern selbst war zwar bisher glatt verlaufen und eigentlich auch keine Umstellungsprobleme aufgetreten, allerdings taten uns mittlerweile Zehen, bzw. Fersen ziemlich weh. Denn obwohl unsere Hallenschuhe enger sind, scheint man die Füße aufgrund der kurzen Tragezeit doch vergleichsweise weniger zu ramponieren.
So passte es auch nicht schlecht, dass für den folgenden Tag wechselhaftes Wetter angesagt war. Wir wollten nämlich eine Berg- bzw. Klettersteigtour unternehmen. Aufgrund von gelegentlichem Nieselregen am Vormittag sahen wir jedoch bald vom geplanten Klettersteig ab und fuhren nach Biacesa. Von dort gingen wir bei trüben Verhältnissen auf die Rocchetta. Der Aufstieg verlief auch sehr schön, die Niederschläge waren bald verschwunden und die umherziehenden Nebelschwaden sorgten für interessante Atmosphäre. Allenfalls der Wind im Gipfelbereich störte etwas, dagegen kann man sich aber entsprechend anziehen. Schade war jedoch, dass wir der Beschreibung unserer Führerliteratur aufs Wort folgten und dieser einen ziemlich unsinnigen Abstiegsweg vorsieht. Den Rückweg hätten wir nicht nur einfacher, sondern auch noch schöner haben können, was wir aber nicht wissen konnten.
Da es am folgenden Abreisetag wieder nieselte, ließen wir den geplanten, abschließenden Klettergartenbesuch ausfallen. Bei objektiver Betrachtung war dies jedoch ohnehin keine schlechte Entscheidung, da die Zehen und Fersen durchaus noch eine Pause vertragen konnten und wir schließlich nicht im Trainingslager waren.
Wie auch unsere bisherigen Besuche waren die Tage in Arco wunderschön, ebenso die von uns besuchten Routen, bzw. Touren. Dass die vorhandenen Einkaufsmöglichkeiten auch noch erstklassig sind, ist ein zusätzlicher Bonus und beim Stöbern vergehen durchaus ein paar Stunden, die als Erholung verbucht werden können. Zuletzt möchten wir noch unsere übliche Unterkunft, nämlich das 'Palace Hotel Città' empfehlen. Das Preis-Leistungsverhältnis ist dort nämlich erstklassig, die Räumlichkeiten besonders angenehm und das Personal äußerst freundlich. Frühstück und v.a. Abendessen sind zudem einer speziellen Erwähnung Wert und wir freuen uns bereits auf unseren nächsten Besuch.















07.03.2012 - Wasserklotz [Skitour]

Nachdem uns die letzten Henstpass-Touren besser gefallen hatten, als wir sie in Erinnerung behalten hatten, nutzten wir den schönen Wochentag und fanden uns wieder am Parkplatz bei der Zickerreith ein. Es waren ein paar mehr Autos als zuletzt, verglichen mit Wochenenden war die Parkplatzsituation aber harmlos.
Wir verließen den Parkplatz gegen Mittag und wurden sogleich von einem abfahrenden Tourengeher darauf aufmerksam gemacht, dass die Verhältnisse v.a. im Schatten alles andere als optimal seien, nämlich steinhart gefrorener Schnee. Wir veränderten dennoch nichts an unserem geplanten Ziel, obwohl dieses zu einem guten Teil tatsächlich im Schatten liegen würde. Unter blauem Himmel und bei strahlendem Sonnenschein erreichten wir die Kreuzau und marschierten weiter in Richtung Wasserklotz. Dort begegneten wir noch einem Tourengeher, der uns wiederum auf die eisigen Verhältnisse aufmerksam machte. Aber das war uns ja bereite bekannt.
Nach kurzem Auf und Ab befanden wir uns bald im Schatten des Wasserklotzes und tatsächlich: Teufel, war der Schnee hart! Nachdem wir etwa 100Hm in der Spur aufgestiegen waren und ein paar Mal ausgerutscht waren, wurde es uns zu dumm und wir schnallten die Ski ab. Indem wir die Spitze der Skischuhe wie Frontzacken in den Hartschnee schlugen legten wir die restlichen Höhenmeter hinauf zum Rücken in annähernd direkter Linie zurück. Das war zwar etwas anstrengender als in weiten Bögen der Spur zu folgen, aber auch wesentlich zeitsparender. Oben wechselten wir in die Ski und legten den übrigen Weg bei besseren Verhältnissen und v.a. in der Sonne zurück. Kurz unterhalb des Gipfels trafen wir ein Pärchen, das mit Schneeschuhen unterwegs war und an die wir uns noch erinnern sollten. Die Beiden beschlossen nämlich, über den Sommerweg abzusteigen, was uns zwar zunächst verwunderte, aber nicht weiter beschäftigte.
Nachdem wir eine gemütliche Gipfelrast in der Sonne und mit großartiger Aussicht eingelegt hatten, fuhren wir ab. Entlang des Rückens verlief die Abfahrt auch problemlos, das war zu erwarten gewesen. Als wir weiter vorne rechts in den Hang einfuhren wechselten die Verhältnisse, aber auch das war uns bereits klar gewesen. Problematisch war v.a., dass die alten, vereisten Spuren für heftige Erschütterungen sorgten und man sehr darauf achten musste, nicht ungünstig in eine davon zu geraten.
Während dieser Abfahrt hörten wir plötzlich einen Hubschrauber näher kommen. Wir blieben stehen und konnten zusehen, wie ein Christophorus an der Nordseite des Wasserklotzes zu suchen begann. Uns fielen natürlich sofort die beiden Schneeschuhgeher ein. Der Einsatz schien jedoch soweit planmäßig zu verlaufen, denn der Pilot drehte bald ab und kehrte nach wenigen Minuten mit einem Retter am Seil zurück. Nachdem wir ein Stück weiter abgefahren waren, kamen uns Bergretter auf Ski entgegen, die auf dem Weg zu den Schneeschuhgehern waren. Einer davon hatte sich verletzt. Es waren tatsächlich die Beiden, die wir vorhin gesehen hatten.
Als wir am Parkplatz ankamen, waren bereits sämtliche Einsatzkräfte vor Ort und wir konnten den Parkplatz zunächst nicht verlassen. So erlebten wir aus nächster Nähe mit, wie der Christophorus die beiden Schneeschuhgeher nacheinander zum Parkplatz flog.
Abgesehen von den turbulenten Ereignissen und dem ungünstigen Verlauf für die Schneeschuhgeher, war es zumindest wettermäßig eine schöne Tour gewesen, wenn auch mit sehr ungünstigen Schneeverhältnissen. Doch wir können uns kaum beschweren, indem wir im Vorfeld bereits davon erfahren hatten. Was jedoch Gelände, Aufstieg, Abfahrt und Landschaft betrifft ist auch die Tour auf den Wasserklotz, mit gut 550Hm und ziemlich genau 8Km Wegstrecke, eine empfehlenswerte Unternehmung von moderatem Umfang.






04.03.2012 - Mayrwipfel [Schneeschuhtour]

Nachdem wir dies mehrmals empfohlen hatten, waren Herbert und Mathilde unserem Rat tatsächlich gefolgt und haben sich Schneeschuhe zugelegt. Bisher praktisch nie im Winter auf den Bergen unterwegs gewesen, war der Auftrieb relativ groß und wir legten die Tour trotz des mäßigen Wetterberichtes fest. Immerhin sollte zumindest kein nennenswerter Wind wehen und die Temperaturen eher moderat ausfallen.
So fuhren wir etwas früher als sonst für uns üblich nach Windischgarsten, genauer, in Richtung Wurbauerkogel und zuletzt zur Kapelle in Muttling. Dort stellten wir das Auto ab und konnten ab Parkplatz mit den Schneeschuhen losmarschieren, da nach wie vor üppig Schnee vorhanden ist. Unser Ziel würde der Mayrwipfel sein, den wir bereits mehrmals und mit unterschiedlichen Aufstiegsmethoden besucht hatten. Wir hatten uns dafür entschieden, da der Weg sich sehr gut für Schneeschuhe eignet, mit Ski ohnehin die paar Gegenanstiege nerven, zudem ist die Tour ausreichend lang und abwechslungsreich, um einen guten ersten Eindruck vom Schneeschuhgehen/Winterbergsteigen zu erhalten. Und natürlich war ein wichtiges Kriterium, dass es sich um eine recht sichere Tour handelt.
Wir folgten der Straße in Richtung Kleinerberg, auf der Brücke konnten wir feststellen, dass die Schneedecke etwa 1,5m mächtig war. Beim Haslersgatterl bogen wir rechts ab und folgten einer mäßig ausgeprägten Spur zur verlassenen Mayralm. Wie es aussah, waren hier in unmittelbar letzter Zeit keine größeren Horden unterwegs gewesen. Die Sicht war nach wie vor stark eingeschränkt, der Wind aber weiterhin unauffällig und die Temperaturen erträglich.
Danach folgte nach kurzem Abstieg der eigentliche Gipfelhang, wo wir teils eine eigene Spur anlegten, da die bestehende entweder zerfahren war, oder uns ungünstig erschien. So erreichten wir die Gipfelkuppe bei nach wie vor stark eingeschränkten Sichtverhältnissen und legten eine eher kurze Pause ein, ehe wir uns an den Abstieg machten. Lediglich auf den ersten 250Hm des Rückweges, nämlich durch recht guten Schnee am Gipfelhang, dachten wir ein paar Mal an unsere Ski, denn die Abfahrt wäre bestimmt toll gewesen.
Für unsere Begleiter war es zuletzt auch eine recht zünftige Eingehtour für das heurige Jahr und auch eine ordentliche, erste Schneehschuhtour, mit gut 850Hm und etwa 12,5Km Wegstrecke. Doch trotz mäßigen Wetters und der vergleichsweise größeren Anstrengungen als im Sommer mit normalem Schuhwerk, hat es den Beiden sehr gut gefallen und sie waren froh darüber, sich die Winterausrüstung gegönnt zu haben.






01.03.2012 - Schwarzkogel [Skitour]

Indem uns die gängigen Touren am Hengstpass (Hochsur, Zeitschenberg) zuletzt besser gefallen hatten, als wir sie in Erinnerung behalten hatten, fuhren wir heute zum Schwarzkogel. Das Wetter war traumhaft, nämlich strahlender Sonnenschein und im Tal beginnt es allmählich auzuapern. Am Hengstpass liegt aber nach wie vor genug Schnee, auch wenn diesem die warmen Temperaturen und die Sonnenstrahlen natürlich zusetzen. Dennoch kein Grund für uns, früh morgens aufzubrechen und wir verließen den Parkplatz bei der Infostelle gegen Mittag.
Der Aufstieg bis zum Spitzenbergsattel verlief auch praktisch ausschließlich in der Sonne, dort angekommen staunten wir allerdings nicht schlecht, angesichts der großflächigen Ausaperung. Ein ganzes Stück weit musste man schon bewusst darauf achten, mit den Ski auf dem Schnee zu bleiben. Es drängt sich jedoch die Vermutung auf, dass am Kamm aufgrund von Verwehungen wohl nie besonders viel Schnee gelegen hat.
Der unmittelbare Gipfelanstieg lag natürlich im Schatten und es war eine recht ordentliche Spur angelegt. Zumindest erschien sie uns logischer, als die, der wir bei unserem letzten Besuch gefolgt waren. Am Gipfel wehte zwar ein stetiger Wind, ein paar Meter unterhalb war es jedoch geschützt und wir legten eine längere Pause im warmen Sonnenschein ein. Abgesehen von einem weiteren Tourengeher waren wir dieses Mal auch die ganze Zeit über alleine gewesen. Es ergibt durchaus einen Sinn, dass auch diese Tour uns nun besser in Erinnerung bleiben wird, denn immerhin hatten wir den Hengstpass und seine Touren vor dieser Saison stets überlaufen und meist bei schlechtem Wetter erlebt.
Die folgende Abfahrt war großartig und die Schneeverhältnisse gar nicht übel. Wir folgten dem Standardabfahrtsweg in west-nordwestlicher Richtung, zuletzt in den Graben, den wir an geeigneter Stelle querten und hatten auch bald den Parkplatz erreicht. (Übrigens sollte man nicht unmittelbar vor der Infostelle parken, darauf weisen auch entsprechende Schilder hin).
Insgesamt war es eine ausgesprochen schön Tour von moderater Länge, nämlich mit 550Hm und etwas weniger als 5Km Wegstrecke, die unter den heutigen Bedingungen auch bereits recht frühlingshaft anmutete.