05.01.2011 - Rosskogel [Skitour]

Trotz vergleichsweise langer Anfahrt, sowie kostenpflichtiger Mautstraße ( ~10,- / PKW ) fuhren wir heute zur Tauplitzalm. Das Wetter war zwar erstklassig und die Sonne lachte vom wolkenlosen Himmel, dennoch zeigte das Thermometer frostige -20° als wir am späten Vormittag am Parkplatz auf knapp 1600m ankamen. Damit dürfte dies unsere bislang kälteste Tour sein, was gemessene Temperaturen betrifft, Windchill natürlich ausgenommen.
Wir folgten zunächst den präparierten und durchschnittlich bevölkerten Pisten in Richtung Steirerseehütten. Die folgende Abfahrt hinunter zum Steirersee umfasst gut 200Hm und es zahlt sich aus, abzufellen und die Ski + Schuhe umzubauen, da wir zumindest heute auch sehr gute Verhältnisse und wunderschönen Pulver vorgefunden haben. Der sprichwörtliche Schock holte uns dann am zugefrorenen Steirersee ein, da sich über diesem (immer? manchmal?? nur heute???) enorm kalte Luftmassen drängten, die für Frost, nicht nur auf unserer Kleidung sorgten. Am nordöstlichen Ufer wartet ein kurzer Gegenanstieg, ehe man ein paar Hm zum Schwarzensee hinunterrutscht, die jedoch keinen Umbau der Ausrüstung erfordern. Der ebenfalls zugefrorene See ist zum Glück kein ähnlicher Kältepol wie der Steirersee und lag zudem auch noch in der Sonne. Auf dem folgenden Weg zur Leistalm tauten wir endlich ein wenig auf, und legten dann eine kurze Pause auf derselben ein, wo wir auf der Veranda Sonnenschein und Speicherwärme genossen.
Der Rosskogel befindet sich praktisch unmittelbar über der Leistalm, nämlich knapp 250m oberhalb, allerdings liegt der Gipfelanstieg nordseitig und damit im Schatten. Die Spur war jedoch günstig angelegt und wir standen bald auf dem Gipfel, welcher natürlich wieder in strahlendem Sonnenschein lag. Die folgende Abfahrt, etwas westlich der Aufstiegsspur gelegen, gehört auf jeden Fall zu den schönsten, die wir bislang erlebt haben. Nicht nur war die Unterlage perfekt und üppig Pulver vorhanden, auch sorgt die moderat steile aber konstante Hangneigung für perfekten Abfahrtsgenuss. Wir waren begeistert!
Nachdem wir 350Hm tiefer am Schwarzensee angekommen waren, galt es jedoch wieder umzubauen und den Rückweg anzutreten. Dieser wartet nicht nur mit einigen Km Wegstrecke, sondern auch mehreren Gegenanstiegen auf, welche die Tour noch in die Länge dehnen. Lediglich die letzten 70Hm, dürfen noch über präparierte Pisten abgefahren werden.
Die Tour auf den Rosskogel umfasst zwar nur etwas mehr als 800Hm, die sich allerdings aus vielen (Gegen-)Anstiegen addieren, dafür jedoch gut 17Km Wegstrecke, welche nicht zu unterschätzen sind. Dafür scheint es sich um keine überlaufene Skitour zu handeln, die sich dazu noch inmitten traumhafter Landschaft befindet. Die wunderschöne Gipfelabfahrt stellt zudem einen besonderen Bonus dar und ist außerordentlich empfehlenswert.


01.01.2011 - kl. Bosruck [Skitour]

Das neue Jahr ist da und sollte, wenn möglich, auch gleich mit einer schönen Tour begrüßt werden. Indem es jedoch gestern/heute später geworden war, als zuvor angenommen, sollte das Ziel von moderatem Umfang sein, um einen späten Aufstieg zu gestatten. Zudem wollten wir auch noch mit Ski unterwegs sein, was uns letztendlich zum kleinen Bosruck, knapp oberhalb des Arlingsattels führte, wohin wir uns auch erst am Nachmittag auf den Weg machten.
Ausgangspunkt war der Parkplatz nahe der Bosruckhütte oberhalb von Spital am Pyhrn, wo wir uns nicht schlecht über den im Tal kaum noch vorhandenen Schnee wunderten. Auf gut 1000m war zwar ebenfalls verhältnismäßig wenig Schnee vorhanden, jedoch immer noch ausreichend, um die Ski ab/bis Kofferraum anzubehalten. Während im Tal Wolken/Nebel vorherrschten, hatten wir freie Sicht und konnten uns davon überzeugen, dass auch der große Pyhrgas, sowie der Scheiblingstein kaum mehr als mäßig angezuckert waren, wohingegen der Bosruck recht winterlich anmutete. Wir stiegen aufgrund der nordseitigen Ausrichtung beinahe die ganze Zeit über im Schatten auf, erfreuten uns jedoch ab knapp unterhalb des Arlingsattels strahlenden Sonnenscheins und zudem eines sehr interessanten Panoramas mit Gipfeln, die mitunter wie Inseln aus der Wolken-/Nebeldecke ragten.
Aufgrund des späten Aufstieges waren wir die ganze Zeit über völlig alleine, ein paar Sektkorken auf dem Gipfel ließen jedoch darauf schließen, dass der Gipfel seit 2010 bereits besucht worden war. Die Schneedecke war zwar selbst auf dem Gipfel des kl. Bosruck noch alles andere als mächtig, jedoch bei umsichtiger Fahrweise ausreichend für eine schöne Abfahrt, da der Untergrund zwar ziemlich hart war, obenauf jedoch eine Pulverschicht lag. Man musste jedoch mehrmals Gestrüpp und v.a. Steinen ausweichen, die herausragten.
Wenige Minuten bevor wir den Parkplatz wieder erreicht hatten, holte uns noch die Wolken-/Nebelschicht ein und sorgte für ein sattes Whiteout, wie wir es bislang selten erlebt hatten (ausg. "Seeluft" letzten Nov.).
Insgesamt war es eine zwar kurze Tour, mit gut 400Hm und etwas mehr als 5Km Wegstrecke, die uns jedoch stets aufs Neue sehr gut gefällt, v.a. wenn sie in einem so stillen Rahmen wie heute erfolgt.

Zudem möchten wir hier die Gelegenheit ergreifen, allen Leser/inne/n ein gutes neues Jahr 2011 zu wünschen und uns für das Interesse an diesem Blog zu bedanken, der nun seit ziemlich genau einem Jahr online ist und bereits die 5000er Besuchermarke überschritten hat. Wir wünschen nicht nur in alpinistischer Hinsicht ein sicheres, schönes und  auch erfolgreiches Jahr!




30.12.2010 - Jausenkogel [Schneeschuhtour]

Aufgrund der zuletzt (s. Steineck) mangelhaften Schneeverhältnisse machten wir uns heute mit Schneeschuhen auf den Weg. Zuerst hatten wir die Schwalbenmauer oberhalb des Katzengrabens im Brunnental/Steyrling vorgehabt, jedoch anders entschieden, als uns auf der Karte ein Winterweg auf den Jausenkogel östlich der Schwalbenmauer aufgefallen war, den wir in keinem Nachschlagewerk finden konnten. Wir bastelten uns unseren eigenen GPS-Track um auch auf den richtigen Berg zu gelangen […] und machten uns am späten Vormittag auf den Weg.
Wir waren nicht schlecht überrascht, als wir vor Ort feststellen konnten, dass man den Katzengraben (sowie auch die von dort aus erreichbaren Gipfel) derzeit problemlos mit Ski begehen/befahren kann, wenn auch innerhalb des Grabens auf sehr hart gepresstem Untergrund. Wir folgten dem schattigen Graben praktisch bis zum Ende und hielten uns bei der Abzweigung zur Schwalbenmauer rechts, um nach wenigen Hm wieder rechts abzubiegen. Dort verläuft ein allmählich ansteigender Weg annährend parallel zum Katzengraben in Richtung Osten. Es waren sogar wenige Spuren von Tourengehern vorhanden, der Jausenkogel scheint jedoch keineswegs häufig besucht zu werden und trotz reger Frequenz in Richtung der anderen Gipfel waren wir fortan völlig alleine unterwegs. Nachdem wir dem Forstweg samt einiger Kurven und Kehren gefolgt waren, erreichten wir eine schattige Senke und stiegen entlang eines Hohlweges und der vorhandenen Spuren durch den Wald weiter auf. Zuletzt erreichten wir einen Sattel und hielten uns östlich, woraufhin wir nach insgesamt rd. 900Hm, sowie knapp 8Km Wegstrecke den Gipfel des Jausenkogels erreicht hatten.
Das Gelände erscheint überall ungefährlich und auch Skitauglich. Es war überraschend viel Schnee vorhanden und zumindest im oberen Teil hätte es schon viel Spaß gemacht, ein paar neue Spuren ins Pulver zu ziehen.
Wie bekannt die Tour auf den Jausenkogel ist, entzieht sich letztendlich unserer Kenntnis, indem wir jedoch keinerlei Informationen darüber finden konnten und auch niemand aus unserem Bekanntenkreis etwas darüber wusste, scheint es sich um keine gängige Skitour zu handeln. Nachdem wir bereits Kasberg, Rossschopf und Schwalbenmauer besucht haben (allesamt mit Schneeschuhen), gefällt uns der Jausenkogel vielleicht sogar am besten, was jedoch mitunter daher kommen mag, dass wir ganz alleine auf dem schönen und sonnigen Gipfel waren.



23.12.2010 - Steineck [Skitour]

Die kleinen Skitouren in näherer Umgebung setzen sich derzeit fort, dafür war dies immerhin schon Nr.3 innerhalb von sechs Tagen. Das Steineck, oberhalb von Dürnberg, nahe Scharnstein gelegen, ist kein Geheimtipp und wir selbst waren auch schon ein paar Mal dort. Unsere Besuche hatten bislang während unterschiedlicher Verhältnisse stattgefunden (Sonne, Nebel, Schnee,…), heute waren wir jedoch zum ersten Mal mit Ski oben gewesen.
Das Wetter zeigte sich von seiner launischen Seite, immerhin hatte eine deutliche Inversionslage zugeschlagen, die uns beim Aufbruch am späten Vormittag auf 800m wohlige 9° bescherte. Diese hatte jedoch nicht nur warmen Wind und Wohlfühltemperaturen zur Folge, sondern auch gravierende Auswirkungen auf den Schnee. Kurz nachdem wir losgegangen waren, wurde uns auch bewusst, dass wir die Ski auf dem Rückweg zumindest ein Stück würden tragen müssen, da die Forststraße gut frequentiert, wenn nicht sogar von Räumungsarbeiten betroffen schien. Das apere Stück Forststraße wurde länger und länger und die magere Auflage schmolz dahin, währen wir aufstiegen. Erst auf ca. 1000m, bzw. den dort gelegenen Hütten, sollten wir unseren Abfahrtsendpunkt erreicht haben.
Im Aufstieg hielten wir uns zunächst an den Sommerweg, weiter oben dann ein Stück entlang einer gespurten Forststraße, ehe wir erneut durch steilen Wald aufstiegen. Etwa, als uns das Gelände aufgrund der merkwürdigen Temperaturen nicht mehr völlig koscher erschien, erreichten wir ein paar kapitale Schneemäuler, die sogar halbwegs frisch erschienen. Uns wurde bewusst, dass wir genau genommen auch von ziemlich vielen kleinen Mäulern umgeben waren und querten aus dem steilen Hang, traversierten dafür allerdings unterhalb einer relativ großen Wechte. Das ständige Tauen behagte uns nicht und wir beeilten uns, den mäßig steilen Hang unterhalb des Gipfels zu erreichen.
Nach kurzer Gipfelpause mit sehr eindrucksvoller Licht- und Wolkenstimmung, fuhren wir ab. Um den Hang mit den Schneemäulern zu meiden, hielten wir uns entlang eines nördlich gelegenen Grabens, durch den wir bereits mit Schneeschuhen aufgestiegen waren, ehe wir weiter unten eine der Forststraßen erreichten, entlang der wir aufgestiegen waren. Nach einem kurzen Verfranser in Richtung Mühldorf und entsprechender Kurskorrektur, fuhren wir bis zu den erwähnten Hütten, ab denen wir unsere Ski talwärts trugen.
Das Steineck ist bei sehr guten Bedingungen und ausreichend Schnee bestimmt keine üble Skitour, wenn auch relativ wenig Platz für großräumige Schwünge geboten wird. Ob die Tour außerdem so sehr anfängertauglich ist, wie die uns vorliegende Literatur meint, stellen wir infrage. Zumindest wäre uns der Platz beim Abfahren in unserer ersten Skitourensaison etwas zu knapp gewesen.
Bei derzeitigen Verhältnissen müssen wir allerdings vom Steineck als Tourenziel abraten. Nicht nur wird der Schnee allmählich knapp, auch muss man in Kauf nehmen, die Ski über ein Drittel der gesamten 600 Hm zu tragen. Die offenen Mäuler im oberen Teil machten zudem keinen besonders vertrauenserweckenden Eindruck.




 

21.12.2010 - Steinerspitz [Skitour]

Da das Wetter sich allmählich im positiven Sinne stabilisiert, Schnee nicht nur in ausreichender Menge, sondern auch brauchbarer Qualität vorhanden ist, gingen wir heute die zweite Skitour der Saison. Wir waren auf der Suche nach einem Ziel, das wir möglichst noch nicht kennen sollten, das zudem eine schöne Abfahrt bietet und zumindest einigermaßen einfach zu erreichen ist.
Dies resultierte in der kleinen aber feinen Tour auf den Steinerspitz in Hinterstoder. Aufgrund des moderaten Umfanges von knapp 7 Km Wegstrecke und 550 Hm ließen wir uns Zeit. Da ein guter Teil des Aufstiegsweges in der Sonne lag und kaum Wind wehte, gab es keinen Grund, uns zu beeilen. Sehr positiv war außerdem, dass wir annährend alleine unterwegs waren und wir nur einem Grüppchen von drei Tourengehern begegneten.
Im Wesentlichen decken Auf- und Abfahrtswege sich, scheinen jedoch teilweise von in Umlauf befindlichen Beschreibungen abzuweichen, da mittlerweile eingezäunte Aufforstungsgebiete zu umgehen sind, was jedoch nicht weiter stört. Um einen Rundweg zu beschreiten, stiegen wir übers Schafferreith auf und erreichten den Gipfel von Südosten, während wir in Richtung Nordwesten abfuhren. Danach erwarteten uns wunderschöne Pulverhänge, die zwar schon ein wenig zerfahren waren, aber immer noch ausreichend Platz für eigene Spuren boten.
Was die Relation von "Gesamt-Hm" zu "brauchbaren Abfahrts-Hm" betrifft, steht der Steinerspitz für uns ganz weit vorne. Die Tour ist zwar kurz, dafür wird annährend perfekte Abfahrt vom Gipfel bis zum Kofferraum geboten. Zudem fällt besonders positiv auf, dass das Gebiet auch sehr lawinensicher erscheint und auch noch in einer Gegend liegt, die nicht für Schneearmut bekannt ist. Der Steinerspitz könnte damit zu einer unserer Standardtouren avancieren und ist ohne Einschränkung zu empfehlen.



18.12.2010 - Herrentisch [Skitour]

Unser heutiges Tourenziel, nämlich der Herrentisch, knapp oberhalb der Gradnalm gelegen, zeugt vielleicht nicht unbedingt von Einfallsreichtum oder Abwechslung, immerhin lag jedoch der wesentliche Unterschied vor, dass wir (..und zum ersten Mal in dieser Saison…) auf Skiern unterwegs waren. Das Wetter hatte auch im Wesentlichen gehalten, was die Prognose versprochen hatte, nämlich Kälte, sowie ein paar Wolken und dazwischen Sonne. Von letzterer bekamen wir leider nur wenig ab, das der Aufstieg ostseitig gelegen ist und wir erst gegen Mittag aufgebrochen waren. -8° am Parkplatz lassen jedoch auf noch ein paar Grade weniger im Gipfelbereich schließen (v.a. gefühlte), wo dazu noch eisiger Wind wehte.
Der Aufstiegsweg war gespurt, mitunter recht komfortabel durch einen Traktor, und wir folgten einem Mix aus Sommerweg und Forststraßen, hielten uns bei der Abfahrt jedoch meist an die Straßen, da der dichte Baumbewuchs im Gelände nicht unbedingt unserem Sinn für Unterhaltung entspricht. Im obersten Teil, soll heißen vom Gipfel des Herrentisch hinunter zur Gradnalm finden sich sogar ein paar enorm schöne Abfahrtsmeter, nämlich über die heute sogar unverspurten Pulverschneehänge der Alm. Die Gradnalm (+ beliebige der umliegenden Gipfel) ist damit nicht nur eine für uns leicht erreichbare, sondern vergleichsweise auch sehr nette Skitour, die nicht unbedingt überlaufen zu sein scheint und sich aufgrund des moderaten Umfanges (800 Hm / 10.5 Km), sowie gegebener Lawinensicherheit und unschwierigen Geländes sowohl als Eingehtour, als auch für spontane Besuche hervorragend eignet.