11.05.2012 - Traunstein [Seeluft, 6a+]

Es ist ziemlich genau 1 ½ Jahre her [hier nachzulesen], dass wir die Begehung der 'Seeluft' in der SW-Wand des Traunsteins wegen plötzlich hereinbrechenden Nebels nach der ersten SL abgebrochen haben. Nun hat es jedoch endlich gepasst, dass wir die Route erneut besuchen und auch noch bei guten Verhältnissen klettern konnten. Zudem hatte sich uns Phillip angeschlossen, der jedoch spontan keinen Seilpartner finden konnte, weshalb wir die 'Seeluft' zu dritt kletterten, uns jedoch an jedem Standplatz so umorganisierten, dass jeder (s)eine Länge vorsteigen konnte.
Wir waren extra früh aufgebrochen, um den Mittagtemperaturen zu entgehen und staunten nicht schlecht, als der Parkplatz am Ende der Straße bereits voll war. Ein paar Meter weiter gab es am Straßenrand zwar noch genügend Platz, dennoch wunderten wir uns sehr, über diesen Andrang an einem x-beliebigen Wochentag. Immerhin sollten wir jedoch zuletzt feststellen, dass außer uns nur eine weitere Seilschaft zum Klettern am Traunstein unterwegs war.
Wie üblich stiegen wir bis knapp unter die Sulzkogelscharte zu und folgten dem gut sichtbaren Zustiegsweg zur Südwestwand. Den linken Einstieg der 'Seeluft' (5b) kannten wir bereits und nahmen daher dieses Mal den direkten (5b). Uns war zuvor gesagt worden, dieser sei kompakter und weniger brüchig (was wir am linken Einstieg kritisiert hatten), was wir jedoch nicht bestätigen möchten. Auch der direkte Einstieg bietet einige lose Blöcke (mitunter beträchtlicher Größe) und oft brüchiges Gestein. Umsicht ist hier gefragt und man sollte unbedingt prüfen, woran man ziehen, bzw. worauf man treten möchte. Es folgte ein Führungswechsel und die zweite Seillänge (6a) begann, wie die erste geendet hatte. Nämlich mit allerlei lockerem Fels. Nachdem man jedoch in die kompakte Platte steigt, verändert die Situation sich radikal, von losem Gestein keine Spur mehr. Allerdings ist die folgende Passage auch nicht unbedingt freundlich bewertet und für 6a ausgesprochen anspruchsvoll. Nach dem abschließenden Führungswechsel beginnt die letzte SL (6a+) auch vergleichsweise gemütlich, wartet aber zum Abschluss mit einer knackigen Boulderstelle in Form eines weit ausladenden Überhanges auf.
Indem die Standplätze dafür ausgerüstet sind und der Abstieg zu Fuß auch relativ weit, seilten wir ausnahmsweise ab, was in der Traunstein SW-Wand eigentlich nicht unseren Gewohnheiten entspricht. Nach 3 Abseilfahrten (>40m) standen wir am Einstieg und waren durchaus froh, im Schatten eine Pause einlegen zu können. Denn obwohl wir relativ früh aufgebrochen waren, war es in der Wand recht warm geworden. Noch heißer war jedoch der abschließende Abstieg über den NF-Steig wo wir auch auf erstaunlich viel Gegenverkehr stießen.
Insgesamt war die 'Seeluft' eine interessante Route, die jedoch unter der gelegentlich mäßigen Felsqualität leidet, bzw. ganz einfach besser geputzt werden müsste. Die Absicherung ist gut, die Seillängen jedoch auch nicht eben kurz und liegen meist bei gut 45m.





2 Kommentare:

  1. Servus,
    schöner Bericht ! Ihr habt da drüben schon echt tolle, viele und talnahe Klettermöglichkeiten = etwas Neid.
    Gruß Daniel

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  2. Hallo,
    mittlerweile lässt sich hier recht viel klettern und eigentlich ist es für einige Klettergebiete schon fast wieder zu heiß...
    Angenehme, mittlere Temperaturen wären gefragt.

    Danke für den Kommentar und lG!

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