18.10.2012 - Zwerchwand [Indian Summer, 6a+; Brilli 5a]

Ja, es gibt uns auch noch außerhalb von Fitnessstudio und Boulderwerkstatt, wenn auch in letzter Zeit recht selten.
Derzeit vorherrschendes Schönwetter (wenn abseits der Nebelzone) lässt jedoch ein paar Unternehmungen zu und so fuhren wir wieder einmal zur Zwerchwand, die wir immer wieder gerne besuchen. Nach Mittag angekommen, stiegen wir zuerst in den uns bereits bekannten 'Indian Summer' ein, kletterten dann aber nur die ersten beiden Seillängen. Indem die oberen recht grasig sind und wir auch nicht wussten, ob dann evtl. auch noch feucht, war das wohl keine üble Entscheidung, da die ersten beiden ohnehin die interessanteren sind.
Da es noch zu früh war, um aufzubrechen, kletterten wir noch die ersten beiden Seillängen der 'Brilli' und zogen uns dann vom Abseilstand zurück. Mittlerweile war es zeitlich auch vertretbar, aufzubrechen und wir kletterten die Route damit auch bereits zum vierten Mal.
Zum Abschluss jausneten wir mit Blick zum Dachstein und hatten den gesamten Felssturz für uns alleine. So stellt man sich einen Saisonabschluss vor. Sicher, wir waren nicht besonders viele SL geklettert und hatten schon bei der Ankunft nicht konkret gewusst, was wir klettern würden, dafür war der Ablauf gemütlich gewesen und wir hatten zumindest Gelegenheit gehabt, uns wieder einmal am Felsen die Beine zu vertreten.





05.10. - 07.10.2012 - Kleinwalsertal

Dieses Wochenende wurden wir beruflich ausgerechnet nach Vorarlberg und zwar ins Kleinwalsertal entsandt. Da wir mit entsprechenden Erlebniskarten ausgestattet wurden, konnten wir für die Zeit unseres Aufenthaltes sämtliche Fahrgelegenheiten, vom Omnibus bis hin zum Sessellift uneingeschränkt benutzen, wodurch sich einige schöne Bergerlebnisse ermöglichen ließen, für die wir ansonsten wohl nicht ausreichend Zeit gehabt hätten.
So konnten wir jedoch unterhalb des Gipfels des Hohen Ifen der Sonne beim Untergehen zusehen; die Kanzelwand via Walsersteig besuchen, als im Tal noch Schatten war; im Klettergarten 'Auenland' ein bisschen Sportklettern; sowie den Gipfel des Walmendingerhorns aufsuchen und anschließend in der Abendstimmung via Heuberggrat ins Tal absteigen.
Rundum war es ein sehr ausgefülltes Wochenende in einer besonders schönen Umgebung, mit netten Menschen und in einer Ecke von Österreich, die wir ansonsten wohl nicht so bald besucht hätten.







29.09. - 30.09.2012 - Fortbildung: 'Errichten und Sanieren von Klettergärten'

Als uns das Angebot der team/alpin/akademie erreichte, an der Fortbildung 'Errichten und Sanieren von Klettergärten' teilzunehmen, mussten wir über die Teilnahme nicht lange nachdenken. Im Prinzip haben wir zwar mittlerweile schon einige Bohrhaken gesetzt und v.a. von sehr kompetenten und erfahrenen Freunden viel fundiertes Wissen vermittelt bekommen, dennoch waren wir sehr interessiert an dem, wie die aktuelle Lehrmeinung aussieht. Die Koordination fand in Frankenfels statt, nämlich maßgeblich auf die Initiative der lokalen Kletterszene hin, die uns dafür auch noch einen bislang unerschlossenen Felsen zur Verfügung stellten, wo in Zukunft ein Klettergarten entstehen wird. So viel Bemühung und Interesse verdient Anerkennung und bei dieser Gelegenheit möchten wir den Frankenfelsener Kletterern und maßgeblich Matthias Steiner, der die Fortbildung mitgestaltet und mitgeleitet hat, ausdrücklich danken.
Auch das Teilnehmerfeld war bunt gemischt und hatte höchst unterschiedliche Wissensstände vorzuweisen. Nämlich von sehr erfahren, mit langjähriger Praxis im Einrichten und Sanieren (liebe Grüße bei der Gelegenheit an Raimund!), bis hin zu völlig unbewanderten Teilnehmern, die an diesem Wochenende zum ersten Mal einen nichteingebohrten Bohrhaken gesehen haben.
Natürlich war der theoretische, sowie der rechtliche Teil recht interessant und es gab sowohl Neues zu erfahren, als auch Wichtiges zu diskutieren und es fanden sehr aktive Gespräche und Diskussionen statt, die viele Aspekte aufklärten. Auch das gemeinsame Bohren einer Route, sowie die davor notwendigen Arbeitsschritte und die Arbeitsorganisation waren interessant, für uns und einige andere Teilnehmer jedoch bereits bekannt. Es schadet jedoch keinesfalls, auch im Detail einen Austausch zu erreichen, bzw. darin bestätigt zu werden.
Am interessantesten waren für uns jedoch die Auszugsversuche an den extra zu diesem Zweck versenkten Bohrhaken, die sehr überraschende Resultate lieferten. Zum Einen zeigte sich nämlich zumindest innerhalb dieser Versuche, dass Klebehaken tatsächlich besser hielten, als Expressanker und zum Anderen konnte man feststellen, dass sämtliche System, selbst wenn unsorgfältig gesetzt, wesentlich besser hielten, als wir allesamt angenommen hatten. Insgesamt stellte sich der Eindruck ein, dass beide Systeme rasch gute Haltekräfte erzeugen, andererseits die Festigkeit mitunter nicht erklärbaren Schwankungen unterliegt. Um aussagekräftigere Resultate zu erhalten, müsste man jedoch eine aufwändigere und schrittweise dokumentierte Versuchsreihe starten, innerhalb der die Systeme, sowie auch bewusst eingebaute Setzfehler mehrfach miteinander verglichen werden können. Und selbst bei derart kontrollierten Umständen, bliebe noch die unvorhersehbare Felsqualität als letztes Fragezeichen.
Insgesamt handelte es sich bei der Koordination um eine sehr interessante Fortbildung, die auch noch viel Spaß gemacht und viel Wissenswertes vermittelt hat. Daher möchten wir uns abschließend ganz besonders bei Martin Edlinger bedanken, der die Veranstaltung geleitet und wie üblich für eine lockere und entspannte Atmosphäre gesorgt hat.







27.09.2012 - Rohrauer Größtenberg [Herbstsymphonie, 6a]

Eine Route gemeinsam mit derem Erstbegeher zu klettern, ist uns immer eine große Freude. So geschehen heute in der 'Herbstsymphonie' am Rohrauer Größtenberg. Allerdings zeigte sich bald, dass es nicht so warm und sonnig werden sollte, wie vorhergesagt und es wehte auch die ganze Zeit über ein recht kräftiger Wind, der sich zuletzt sogar noch steigerte und für kühles Ambiente sorgte.
Die 'Herbstsymphonie' selbst ist dennoch eine recht schöne Tour und wir sanierten bei der Gelegenheit auch gleich die Standplätze, was aufgrund der Dreierseilschaft auch kaum extra Zeit in Anspruch nahm. Im oberen Teil kletterten wir die nachträglich hinzugekommene, linke 6+ Variante, die uns sehr gut gefallen hat und saubere Fußtechnik voraussetzt. Am leichtesten Weg ist die 'Herbstsymphonie' jedoch etwas einfacher zu haben.
Der Einstieg wird via Abseilen erreicht, ein Abstieg zu Fuß wird nicht geboten und es ist auf möglichen Steinschlag zu achten, da durchaus lose Steine auf Bändern liegen können. Der Charakter der Route ähnelt dem nahe gelegenen 'Garstnertaler Plattenexpress' und sowohl Länge als auch Anspruch sind vergleichbar (wenn man in der Symphonie den schwereren Weg wählt, ansonsten ist dieser etwas einfacher einzuschätzen).
Eine hübsche Angelegenheit, dazu noch in Begleitung des Erstbegehers, den wir, was uns schon auch freut, bei der Gelegenheit von unserer kompakten Bohrmaschine und deren Vorteile überzeugen konnten.






08.09. - 09.09.2012 - Übungsleiter Sportklettern outdoor

Mit dem Modul 'Outdoor' schließt sich für uns die Ausbildung zum 'Übungsleiter Sportklettern'. Den Teil 'Indoor' haben wir vor etwas weniger als einem Jahr absolviert. Austragungsort waren die Riesenbergerwand und der Sauzahn im Ennstal, zwei sehr empfehlenswerte Klettergärten, die wir bereits selbst gerne besuchten und weiterhin besuchen werden.
Von den bisher mitgemachten Aus- und Fortbildungen war dieses Modul bestimmt das entspannteste, denn da das Niveau der Gruppe relativ hoch war, wurde überwiegend selbstständig geklettert und dazwischen etwas Theorie und ein paar praktische Übungen eingestreut. Auch hat uns gefreut, ein paar bekannten Gesichtern zu begegnen, woraufhin die Veranstaltung bald ein bisschen Charakter von -gemütliches Sportklettern mit Kumpels- erhielt.
Bei dieser Gelegenheit auch einen lieben Gruß, sowie einen schönen Dank an Tom und Gunnar, unsere Ausbildner, die das Modul nicht nur interessant und praxisgerecht sondern auch sehr angenehm und entspannt gestaltet haben.





28. - 29.08.2012 - Höhenweg Sengsengebirge

Das Sengsengebirge haben wir schon mehrmals und im Rahmen unterschiedlichster Unternehmungen besucht, von Klettereien bis hin zu Skitouren. Den Höhenweg, der den Gebirgszug verbindet, fand sich jedoch bisher noch nicht in unserem Tourenbuch. Mehrmals geplant gewesen und aufgrund diverser Gründe mehrmals verschoben, bot sich nun endlich die Gelegenheit, diese schöne Überschreitung unternehmen zu können. Es hatte sich im Vorfeld die Frage gestellt, in welcher Form wir den Höhenweg angehen würden, hatten jedoch vor, ihn als längere Tagestour einzuplanen, ohne Übernachtung. Da es sich jedoch so ergab, dass uns Elisabeth, Markus, Mathilde und Herbert begleiteten, stand dies außer Frage und wir wollten auf halbem Weg übernachten.
Wir stellten also ein Auto am Parkplatz in Rading ab, wo wir am nächsten Tag nach Abstieg via Budergrabensteig ankommen würden und fuhren anschließend nach Klaus. Gemeinsam stiegen wir entlang des Weges 465 in Richtung Spering auf. Da vormittags im Schatten gelegen, war die Temperatur auch recht angenehm, bzw. zeitweise noch etwas kühl und der Weg gefiel uns ausgesprochen gut. An der Abzweigung zum Gipfel des Sperings blieben wir nach Gruppenbeschluss auf der Forststraße in Richtung Funkstation und sahen damit vom Besuch dieses ersten Gipfels ab. Da dieser jedoch auch nicht tatsächlich überschritten werden kann und man nach dem Abstecher wieder zur Forststraße unterhalb der Funkstation zurückkehren müsste, liegt der Spering jedoch auch nicht unmittelbar auf dem Höhenweg. Demnach war das Schillereck, welches wir nach moderatem Anstieg durch Latschengassen erreichten, unser erster Gipfel des Tages. Das Wetter zeigte sich während dessen von seiner besten Seite und die Temperaturen stiegen merklich, blieben jedoch im angenehmen Bereich. Nach einem Abstieg von etwa 150Hm und einem Gegenanstieg von rund 250Hm erreichten wir den Hochsengs, von wo aus wir bereits das Biwak sehen konnten und wir legten eine längere Pause ein. Denn obwohl wir sehr gemütlich unterwegs waren, lagen wir sehr gut in der Zeit und würden unsere Unterkunft für die folgende Nacht noch am Nachmittag erreichen.
Als wir am Uwe Anderle Biwak ankamen, waren wir auch sehr positiv überrascht. Denn obwohl wir ohnehin nur Gutes darüber gehört hatten, bot sich uns eine unerwartete Ordnung und auch Gemütlichkeit. Verglichen mit anderen Biwakschachteln, die wir bereits gesehen hatten, handelt es sich in jedem Fall um eine Unterkunft gehobener Klasse. So entspannten wir uns während der nächsten Stunden in der Nachmittags- und Abendsonne, rasteten, aßen, lasen. Indem außer uns niemand vor Ort war, hatten wir auch recht viel Platz während der folgenden Nacht, denn soweit wir wissen, bietet das Biwak in den Schlafstätten immerhin Platz für bis zu zehn Personen.
Am nächsten Tag brachen wir nicht zu bald auf, da es morgens bedeckt und damit ohnehin kein Sonnenaufgang zu sehen war, außerdem lag der Großteil der im Aufstieg zu bewältigenden Höhenmeter ohnehin bereits hinter uns. Wir sorgten für Ordnung, verabschiedeten uns von dem gemütlichen Ort, an dem wir uns sehr wohl gefühlt hatten und erreichten nach kurzem Ab- und Aufstieg den Gipfel des Gamsecks. Es folgte der Rohrauer Größtenberg, den wir auch bereits im Winter besucht hatten, und in dessen Plattenfluchten wir auch schon geklettert waren und betraten damit den Teil des Sengsengebirges, der uns besser bekannt war. Vor uns lag noch ein Abstieg von ca. 250Hm, gefolgt von dem finalen Anstieg über rund 400Hm auf den hohen Nock, den höchsten, populärsten und auch meistbesuchten Gipfel des Sengsengebirges. Hätten wir bei einer 1-Tagesüberschreitung zwecks günstigerer Aufteilung der Hm mit diesem Gipfel begonnen, war es ein hübscher Effekt, diesen sozusagen als finalen Höhepunkt zu erreichen und unsere Gruppe war sichtlich darüber erfreut, den Weg gut bewältigt zu haben.
Der Abstieg zum Parkplatz am unteren Ende des Budergrabensteiges verlief relativ rasch und es tat zuletzt gut, die Füße im kalten Rettenbach zu kühlen. Immerhin lag doch eine Wegstrecke von ~24Km und ca. 2250Hm hinter uns, was für die weniger Bergerfahrenen aus unserer Gruppe ungeachtet der Aufteilung auf zwei Tage eine recht stolze Leistung war. Auch wir waren froh, dass wir diese schöne Tour endlich einmal unternehmen konnten und auch darüber dass wir Begleitung hatten, denn zu zweit hätten wir auf die Übernachtung verzichtet, bei der es sich jedoch um eine ausgesprochen schöne Erfahrung handelt, die uns in bester Erinnerung bleiben wird.












18.08.2012 - Brenntenkogel [Gosausee Triathlon, 5a]

Schon vor einer Weile hatten wir vereinbart, mit Edi eine gemütliche Tour zu klettern. Da diese nicht zu schwierig sein sollte, suchten wir den sehr schönen und homogenen 'Gosausee-Triathlon' am Brenntenkogel aus. Von unserem Freund Christian erstbegangen und eingerichtet, handelt es sich um eine sehr empfehlenswerte Route, die sich inmitten wunderschöner Landschaft befindet und auch gut abgesichert ist.
Wir beide teilten uns den Vorstieg der 13 Seillängen auf zwei Blocks auf und wechselten nach der 7.SL, wo wir auch eine kurze Pause einlegten. Indem es recht warm war, bot der Platz unter dem Baum sich auch an, da der 'Triathlon' nicht unbedingt eine Route mit vielen Schattenplätzen ist.
Auch der folgende Abstieg durch die Latschenlandschaft war recht aufgeheizt, dafür scheinen die Steinmänner sich seit unserem letzten Besuch noch etwas vermehrt zu haben und erleichtern die Orientierung ungemein. Auch kam uns vor, dass der Steig selbst mittlerweile vergleichsweise deutlicher ausgetreten ist.
In Anbetracht der durchwegs langen Zu- und Abstiegswege handelt es sich gesamt betrachtet auch um eine recht lange Tour, während der man einige Höhenmeter und gar nicht wenige Kilometer Wegstrecke zurücklegt. Wer hitzeempfindlich ist, sollte außerdem einen etwas herbstlicheren Termin in Erwägung ziehen, da der 'Gosausee-Triathlon' von ca. Mittag bis in die Abendstunden in der Sonne liegt und sich auch kaum Schattenplätze finden.
Gefreut hat uns natürlich auch, dass unser Begleiter auf seine Kosten gekommen ist und ihm die Tour ausgesprochen gut gefallen hat.